Unsere Weltreisen Ende 2000
Mexico City | Osaka | Jakarta
Das Jahr 2000 war fast zu Ende - jeder bereite sich eigentlich schon auf
Weihnachten vor - da überraschte uns der Auftrag, schnell noch Software zu
installieren.
Ist ja an sich unser Job und überraschend schon gar nicht - aber insofern schon, weil wir innerhalb kürzester Zeit nach Japan, Indonesien und Mexiko mussten.
Stefanie sollte ursprünglich nach Bogota in Kolumbien fliegen, auf dem Frankfurter Flughafern wurde dann aber noch umgebucht: Es ging nach Mexico City.
"Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein..." kann man da nur bestätigen.
Nachdem
die eigentliche Aufgabe erledigt war, war noch ein paar Stunden Zeit bis zum
Rückflug, ein Hotel-Taxi wurde gechartert und es ging ab, die wichtigsten
Sehenswürdigkeiten im Schnelldurchlauf zu besichtigen.
Hier nur schnell ein paar erste Bilder von Stefanie, sie hat von uns allen am
meisten "geknipst".

Wir hatten gar nicht die Zeit, uns ein Ziel auszuwählen:
Innerhalb weniger Minuten mussten wir entscheiden, wer wohin fliegt. Willmar
flog also nach Osaka in Japan. Abflug war Nachmittag in Frankfurt, die Route
führte hinwärts über Berlin, Warschau, Moskau, Sibirien, Peking,
Südkorea. Die Verpflegung an Bord war gleich "zielorientiert",
japanisches Suchi war im Angebot und hat hervorragend geschmeckt. Auf dem
Rückflug gab's allerdings dann "Qualle" und das wollte der
europäische Gaumen dann doch nicht unbedingt probieren...
Ankunft in Osaka vormittags, Blick im Landeanflug nur auf Wasser und Stadt, kein Grün zu entdecken. Sollte sich dann auch nachmittags beim Stadtbummel bewahrheiten...
Osaka besteht offensichtlich nur aus Stadt und Stadt und Stadt, begrenzt
durch das Meer. Der internationale Flughafen entstand durch eine gigantische
Aufschüttung einer künstlichen Insel im offenen Meer, verbunden mit dem
Festland durch genauso gigantische Versorgungsbrücken. Autostrassen in der
Stadt zeichneten
sich
durch konsequentes "Stop and Go" aus, wobei das "Stop"
eindeutig überwog.
Das Vertrauen in das Hightec-Land Japan wurde schon am Flughafen erschüttert: Keine Möglichkeit, per Kreditkarte zu telefonieren. Jede der vielen Telefongesellschaften hatte zwar überall ihr eigenes buntes Telefon - aber eben nur mit Yen zu füttern und ob international überhaupt damit möglich war....?
Die gesamte Stromversorgung der Stadt ist überirdisch mit frei hängenden Kabeln, oft so dicht, dass sie gegenseitig isoliert werden mussten. Erdkabel? - offenbar nicht üblich...
Faszinierend dagegen die Gastfreundschaft der Japaner. Schon am Flughafen tummelten sich viele junge Mädchen in schicken Uniformen, die nichts anderes taten, als den Fluggästen mit Informationen behilflich zu sein. Übrigens auch mitten in der Stadt: Sobald man einen fragenden Gesichtsausdruck aufsetzte, kam sofort ein netter Japaner und versuchte einem im besten Japanisch zu helfen. Mit Händen und Füssen klappte das dann auch oft!
Japan - offenbar chronischer Platzmangel. Schon aus dem Flugzeug zu sehen,
dass alles vollgebaut ist. Man konnte stundenlang S-Bahn fahren und fuhr
eigentlich immer nur durch Stadtgebiet. In der Innenstadt die Einkaufsstraßen
so
eng, dass man praktischerweise gleich die engen Straßen überdacht hat, damit
niemand im Regen nass wird. Alles kleine private Läden, ganz selten mal ein
richtiges Kaufhaus, aber fast in jeder Strasse ein riesiger Spielsalon mit Hunderten
von Automaten - und alle besetzt!
Die Japaner sind offenbar von der Spielwut gepackt...
Ansonsten bunt und Werbung, Werbung Werbung... Wenn in der S-Bahn die Wände voll geklebt sind, werden in der Mitte Werbefahnen abgehängt - gut für kleine Japaner die drunter durch laufen, aber der Durchschnittseuropäer hat immer McDonalds, Suchi, Uhren und Schmuck im Gesicht...
Apropos Suchi: Nachdem in Erfurt ein gutes Suchi-Restaurant existiert, musste
natürlich auch das Original mal
probiert
werden. Der Koch zeigte dem europäischen Gast natürlich sofort, wie
echtes Suchi zubereitet wird und die Chefin des Hauses war begeistert, diese
Spezialität auch mal einem Ausländer servieren zu dürfen. Auch hier zeigte
sich wieder eine phantastische Gastfreundschaft.
Allerdings zeigte sich auch, dass d
er
Euro zum Yen wohl im Moment nicht so gut aussieht, die Preise waren utopisch...
Mitten in der Stadt voller Neubauten dann ab und zu wieder historisches Japan, hier eine Pagode.
Sicher ist Osaka nicht unbedingt ein Touristenziel, eher doch ein Zentrum der unterschiedlichsten Industrieansiedlungen. Aber hier gerade konnte man doch in wenigen Stunden mal das typische Japan kennenlernen, bevor am nächsten Morgen der Flieger wieder zurück nach Frankfurt ging.
Ein einmaliges Erlebnis - fernab aller Touristenpfade....
Carsten hatte wohl von uns allen den längsten Weg: Von
Frankfurt nach Singapore, dort auftanken und weiter nach Jakarta. Software
installieren und zurück - diesmal erst v
on
Jakarta nach Honkong, dort 2 Stunden Aufenthalt und mit anderer Maschine dann
nach Frankfurt.
Aber der Reihe nach:
In Frankfurt ging die Boing 747 (Jumbo) abends 22:50 Uhr ab nach Singapore. Dort wurde ein kurzer Zwischenstopp eingelegt, um die Kerosin-Vorräte aufzufüllen. Also keine Zeit um was zu unternehmen, nur Aufenthalt im Transit-Bereich bis es dann weiter ging nach Jakarta.
Natürlich ein wunderbares Erlebnis, so über den Wolken zu fliegen, die bis
zum Horizont total klare Luft zu genießen. Allerdings manchmal wie auf der
Autobahn,
Flugzeuge begegneten einem, überholten, kreuzten - oft also richtig
"Betrieb" im Luftraum.
In Jakarta gelandet traf es einen wie mit der Keule: Während zum Abflug in Deutschland knappe Null Grad Celsius herrschten, gab es hier die Begrüßung mit 35 Grad - und das abends 22:00 Uhr Ortszeit.
Die mitgeführte Jacke war eigentlich immerzu nur im Weg...
Am Schlimmsten aber: Alle Busse, Taxis, Hotelräume klimatisiert, aber
offenbar mit eingestellten Temperaturen von nur 10 Grad Celsius - die
Gegensätze konnten nicht größer sein...
Etwas komisch wurde einem schon zumute, der Flughafen voll von Polizei und Militär mit Maschinenpistolen im Anschlag - aber offenbar nicht ohne Grund, denn wenige Tage später wurden bei Überfällen durch Separatisten (?) in Jakarta viele Menschen erschossen.
Ansonsten aber für den Touristen paradiesische Verhältnisse: Das Flughafenhotel voll klimatisiert, vor lauter Grünpflanzen war schon vom Gebäude fast nichts mehr zu sehen.
Da abends natürlich an Arbeiten nicht mehr zu denken war, war
es natürlich herrlich, ganz allein den Hotel-Pool zu genießen. Aber trotzdem
volle Aufmerksamkeit - sofort 
kam ein Boy und bot Massagen dem "armen ermüdeten Jet-Setter" an...

Leider war überhaupt keine Zeit gegeben, um am nächsten Tag noch von Jakarta etwas zu sehen, so musste sich der arme Reisende mit den bescheidenen Möglichkeiten seines Hotelkomplexes zufrieden geben...

Am nächsten Tag also nach erledigter Arbeit zurück zur Gangway, diesmal ging es mit Cathay-Pacific natürlich im Oberdeck nach Hongkong.
In Hongkong dann nochmal zwei Stunden Aufenthalt, leider zu kurz, um überhaupt aus dem Airport herauszugehen.
Aber der Flughafen natürlich schon ein Erlebnis. Hunderte Meter lange Laufbänder zu den einzelnen Gates - beeindruckend....

Na ja - zumindest diesen grandiosen Airport kennen gelernt und schon ging es weiter mit einem Airbus A340 als First Class Passenger zurück nach Frankfurt.
Luxus und Comfort pur - First Class ist einfach First Class....
Na ja - in Frankfurt war's mit dem Verwöhn-Aroma vorbei - das typisch deutsche Dezemberwetter erwartete einen....
Es verging alles viel zu schnell - aber für alle Beteiligten ein tolles Erlebnis....